Tatjana Gassl
Tatjana Gassl kam am 09.01.1990 in Rosenheim zur Welt, der Grund ihrer Geburt ist unbekannt.
Nach langen eineinhalb Jahren der Sprachunfähigkeit entdeckte Gassl ihre Fähigkeit zum Sprechen und kam seither nicht mehr davon los. Bereits im zarten Alter von zwei Jahren stand für sie fest: Kein anderer Beruf als der des Schauspielers würde für sie in Frage kommen! (abgesehen von der ersten Bundeskanzlerin Deutschlands, doch diese Ehre wird ihr wohl nimmer zuteil werden - Danke, Frau Merkel.)
Gassls schauspielerisches Debüt folgte bei einer Aufführung zur Weihnachtsfeier in der ersten Klasse; diese war als Theaterstück geprobt und kurz vor dem großen Tag zu einem Puppenspiel denunziert worden.
Dies warf die junge Künstlerin weit zurück, sie verfiel dem Alkohol und zog in Erwägung, ihre Schauspielkarriere für immer an den Nagel zu hängen.
Nach einer ebenso glanzvollen wie kurzen Rückkehr auf die Bühne mit einer Rolle in einer Schulpantomime wurde es 1998 erneut still um das Talent, mehrere Jahre hielt sie sich mit Spontanvorstellungen bei Familienfeiern und als Klassenclown über Wasser.
Erst der Schulwechsel führte den Umschwung herbei: Nach mehreren vielumjubelten Sketchen in der gymnasialen Unterstufe folgte 2003 ihr Regiedebüt mit "Romulus und Remus - eine Satire aus dem alten Rom".
Der grandiose Mißerfolg des Stückes, zu dem Gassl außerdem die Textvorlage verfaßt hatte, bedeutete einen weiteren seelischen Einbruch und einen erneuten Rückzug in die Alkoholsucht.
Von nun an allerdings wurde die Künstlerin in der Schultheatergruppe heimisch, die ihr trotz mehreren Führungswechseln und inneren Skandalen einen geradezu kometenhaften Aufstieg bescherte.
Angefangen bei einer Nebenrolle in Shakespeares "Was ihr wollt" im Jahre 2004, schlief sie sich bereits im zweiten Jahr zur weiblichen Hauptrolle in Arthur Millers "Hexenjagd" hoch.
2006 nahm Gassl sich eine einjährige Auszeit vom glitzernden Showgeschäft.
2007 kehrte sie dann auf die Bühne zurück, und spielte mit dem tieftraurigen Prinzen Leonce in Büchners "Leonce und Lena" die bisherige Rolle ihres Lebens.
Ihre Karriere im Schultheater setzt sich fort, zuletzt war sie in "Die Wachsamen" nach Patrick Roth, einer Inszenierung des Grundkurses Dramatisch Gestalten am FWG, als Lena zu sehen.
Doch eine ganz andere Entwicklung brachte Ende 2007 die Karriere der jungen Schauspielerin aufs Neue in Gang: Ihre Aufnahme bei RIP.
Kaum von der Existenz dieses außergewöhnlichen Ensembles erfahren, betrieb Gassl tagelangen Telefonterror bei Regisseur Dominik Frank, bis dieser schließlich aufgab, und ihr eine Rolle anbot.
Das nun schien sich bislang nicht als Fehler herauszustellen, debütierte Gassl doch Anfang 2008 als Kadidja di Santa Croce in "Lulu oder Jack the Ripper verkleidet sich als Psychotherapeut" und wirkte seitdem regelmäßig mit.
Bei den Mitgliedern des Ensembles ist Gassl vor allem durch ihren unbändigen Redefluß und ihren Sinn für wirklich schlechten Humor (oder wirklich schlechten Sinn für Humor?) bekannt geworden, doch sehen ihre Schauspielkollegen gelassen über dies hinweg, was für die Künstlerin ein großes Stück Seelenfrieden bedeutet.
So Gassl zuletzt wörtlich: "Ich bin froh, hier sein zu dürfen."
Im Herbst 2008 erfolgte das Regiedebüt bei R.I.P. mit William Shakespeares "Romeo und Julia".
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