Justus Dallmer

Justus Dallmer – macht Filme, spielt und schreibt. Viele Bruchstücke seiner Karriere finden Sie unter „JUMA-Film“. Ergänzend sei angemerkt: Geburt am 5. März 1964 in Hannover. Elternscheidung verschlug ihn nach Oberbayern. In den kalten Bergbächen war gründlicher Naturkontakt möglich. Zwangsläufig führte das in die Arme unverbesserlicher Umweltschützer (Bund Naturschutz, Greenpeace, Carbusters, Autofrei Leben) und vor allem Globalisierungskritiker (Attac). Abitur 1983. Bundeswehr bei konfusen Gebirgsartilleristen in Bad Reichenhall. Kirchenaustritt. Lehre zum Bürokaufmann im wissenschaftlichen Zeitschriftenantiquariat. Dort arbeite ich heute noch; in dieser Zeit wurde Schmidt Periodicals GmbH zum weltweiten Marktführer.

Nebenbei entstand durch Betreiben des Journalisten Horst Töpken ein gemeinsamer SF-Roman, Arbeitstitel „Zachramchich und die Würfel“ (viel zu lang!). Diverse Kurztheaterstücke geschrieben und inszeniert für Modenschauen und Ausstellungen befreundeter Künstler. Zwischendurch freie Mitarbeit bei Radio Regenbogen für die Sparte „Kultur Lokal“: Interviews, Analogtechnik, Schreiben, Sprechen, Schneiden.

Unvollendete Filme erwähne ich bei Juma-Film lieber nicht, aber hier: zuerst die Projekte ohne Titel: die Paranoia/Verfolgungsjagden in den Gängen des Elektrogeschäfts; die gepeinigte Frau, die wir ohne Drehgenehmigung, vom Auto aus, vor dem Landratsamt drehten; ein namenloser SF-Schocker mit Rotfiltern, der an zu aufwendigen Kulissenbauten scheiterte; ein viertelstündiger 16mm-SW-Kino-Film, der leider beim Schnitt verloren ging; dann „Das Tagebuch der Hanna K.“ (depressive Angestellte); „Auf der Suche nach KMM“ (einstündiger Super 8); „Loki“ (rachsüchtiger Gott); „Zitronenfalter“ (böse Gangster, zu 50% unscharf); und „Eine lächerliche Geschichte“ – über einen wahnsinnigen Handelsreisenden. Dessen Autor und Regisseur Hemmerlein machte mich immerhin noch, 15 Jahre später, zum Trauzeugen...

Ab ca. 1987 ca. 50 (oder mehr) Theaterauftritte in Rosenheim (Camus, Ionesco, Handke, Moliere, Shakespeare usw. usf. – Regie siehe Juma-Film). Einmal als „Don Quichotte“... Oft lernte und half ich bei der Akademie der Traumfabrik Regensburg. Daneben noch weitere Workshops: die wichtigsten und ausführlichsten bei Toni Müller, Enrique Pardo (Mytheatre), Le Theatre Corbeau Blanc (Personage), Keith Johnstone und dem Fast Food Theater (Improvisation). Bei Johnstone hörte ich auch vom „Tao-Tê-King“ von Lao-tse. „Wer ewig ohne Begehren, wird das Geheimste schau’n...“

RIP-Karriere kam in Gang, weil ich mit Dominik Frank schon in seinen jüngsten Jahren spielte: bei „Toni Müllers Wandertheater“. Dominik startete seine Regiekarriere mit meinem „Pommerland ist abgebrannt“, was mich heute noch ehrt. In der Folge schmeichelte mir RIP mit unzähligen weiteren Engagements und der Tatsache, daß mich die jungen Leute in ihrer Mitte akzeptierten. Sie spielten auch alle in den zwei größten JUMA-Filmen mit: „Nazi-Bikers go to hell“ und „Der Griff nach den Sternen“: Ewiger Dank dafür, daß sie sich bereitwillig meinen eigenwilligen Ideen und Texten überließen...

Mit immer wahnsinnigerer Weltwirtschaft wurde die Gründung von Attac Rosenheim nötig. Teilnahme an zahllosen Kongressen (z.B. McPlanet), Kampagnen (z.B. Lidl, Bahn für Alle), Kundgebungen und Blockaden und das Kennenlernen diverser Polizeiwachen rauben Zeit fürs Theater, sind aber als Horizonterweiterungen unentbehrlich. Alles, was einen vom Elfenbeinturm runterholt...

Abschlußempfehlungen für alle Leser/Innen, die Kunst machen wollen:
Aktuelle Weisheit: „Wer nur Musik macht, hat auch davon keine Ahnung“ (Kurt Weill)
Aktueller Filmtipp: „School of Rock“ von Richard Linklater: 3 Wochen im Leben eines Rockmusikers („I serve society by rocking!“)
Aktueller Buchtipp: „A Cloud in Trousers“ von Christopher Doyle (Bildband. Der Kameramann von „Chungking Express“ erzählt von Kreativität) und „All I need to know about Filmmaking I learned from the Toxic Avenger – The Shocking True Story of Troma Studios“ von Lloyd Kaufman (DAS Standardwerk übers unabhängige Filmemachen)